Geschäftsbericht 2018

Green Bonds Nachhaltigkeit ist ein Wettbewerbsvorteil

Die DZ BANK hat jüngst einen Green Bond mit einem Emissionsvolumen von 250 Millionen Euro emittiert. Treasurer Heiko de Wall erklärt, warum Nachhaltigkeit Zukunftsfähigkeit bedeutet. Und welche Wettbewerbsvorteile damit einhergehen.

Herr de Wall, Nachhaltigkeit ist schon seit Längerem in aller Munde. Warum ist sie auch in der Finanzbranche mehr als nur ein Trend?

Heiko de Wall: Für uns ist das Thema Bestandteil unserer genossenschaftlichen DNA. Zudem wächst in der Gesellschaft das Interesse an Nachhaltigkeit, auch die Nachfrage nach entsprechenden Anlageprodukten steigt seit Jahren. Der Bankensektor beeinflusst mit seinen Entscheidungen zudem in erheblichem Umfang die Entwicklungen in anderen Wirtschaftssektoren. Nachhaltigkeit ist inzwischen integraler Bestandteil des Kerngeschäfts von Banken – und ein Thema, das jetzt und in Zukunft wichtig sein wird.

Die DZ BANK hat kürzlich ihren ersten Green Bond emittiert. Was versteht man eigentlich unter einem Green Bond?

de Wall: Beim Kauf einer Anleihe leihen Anleger dem Emittenten Geld. Im Fall von Green Bonds steht diesem Geld die Finanzierung nachhaltiger Projekte gegenüber, insbesondere solcher zum Klimaschutz.

Heiko de Wall, Abteilungsleiter im Treasury der DZ BANK, verantwortete mit seinem Team die Emission des ersten Green Bonds der DZ BANK

Und welchen Vorteil haben Anleger?

de Wall: Bei einer grünen Anleihe weiß der Investor genau, was er kauft. Er weiß, was die Bank bezwecken möchte oder welche Projekte sie im Gegenzug finanzieren will. Nachhaltigkeitsinvestoren brauchen entsprechende Anlagemöglichkeiten, um ihre Ziele und Regularien einzuhalten. Ein Green Bond kann auch ein Baustein einer übergreifenden Nachhaltigkeitsstrategie sein. Mit Green Bonds müssen Investoren übrigens keine Abstriche bei der Rendite machen.

Was waren die Beweggründe der DZ BANK für die Emission?

de Wall: Wir wollen unser Nachhaltigkeitsprofil auf der Passivseite stärken, also die Nachhaltigkeit auch auf der Passivseite im Geschäft verankern. Damit vervollständigen wir die nachhaltige Wertschöpfungskette der DZ BANK. Zudem erweitern wir damit unsere Investorenbasis um nachhaltigkeitsorientierte Investoren.

Was charakterisiert die grüne Anleihe der DZ BANK sonst noch?

de Wall: Uns war wichtig, die verschiedenen Teilaspekte unseres ersten Green Bonds in höchster Qualität zu erarbeiten. Das heißt zum einen, dass der Bond auf qualitativ hochwertige Anlagen verweist – namentlich Onshore- Windenergieprojekte in Deutschland. Also Windparks und Windräder, die beispielsweise gemäß den strengen Standards des deutschen Bau- und Umweltrechts errichtet wurden. Außerdem achten wir auf sichere Governance-Prozesse, eine saubere Berichterstattung und auf Verlässlichkeit bezüglich der Mittelverwendung. Nicht umsonst hat die Ratingagentur S&P die Anleihe in der Kategorie Green Evaluation mit der bestmöglichen Note bewertet: E1.

DZ BANK emittiert ersten eigenen Green Bond: Interview mit Vorstandsmitglied Wolfgang Köhler

Können Investoren auch mitverfolgen, wie die Projekte voranschreiten?

de Wall: Die DZ BANK hat sich zum Ziel gesetzt, allen Investoren bei der Emission und während der Laufzeit des Green Bonds eine hohe Transparenz zu bieten. Deshalb veröffentlichen wir jedes Jahr einen Green-Bond-Investorenbericht, der Informationen zur Allokation und Wirkung der Investments enthält. Also etwa dazu, wie viel Energie die finanzierten Windparks jährlich produzieren.

Kommt es oft vor, dass eine Bank einen eigenen Green Bond begibt? Oder ist das eine außergewöhnliche Sache?

de Wall: Grundsätzlich ermöglichen viele Banken im Rahmen ihres Kreditgeschäfts nachhaltige Investitionen, die neben ökologischen auch sozialen Zwecken dienen. Ein eigener Green Bond ist aber mehr als das: Er ist ein deutliches Signal und Bekenntnis zum Thema Nachhaltigkeit.

Wann sind grüne Anlageprodukte glaubwürdig?

de Wall: Wenn sie sich an internationale Standards halten, wenn sie von externen Ratingagenturen geprüft werden und wenn ihre Anlagekriterien transparent und nachvollziehbar sind. Der Green Bond der DZ BANK etwa richtet sich nach den „Green Bond Principles“ der International Capital Markets Association (ICMA).

Ist es ein Wettbewerbsvorteil, grüne Anlageprodukte anzubieten?

de Wall: Durchaus. Nachhaltigkeitskriterien sind für viele unserer Kunden mittlerweile ausschlaggebend bei geschäftlichen Entscheidungen. Gerade große Emittenten, die in diesem Segment bereits aktiv sind, achten bei der Auswahl von Bankenkonsortien für nachhaltige Emissionen darauf, ob die Partner ein glaubwürdiges und belastbares Nachhaltigkeitsprofil aufweisen. Auch dafür stellen wir uns auf.