Geschäftsbericht 2018

Brief an die Aktionäre

 
 
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Sehr geehrte Damen und Herren,

die DZ BANK Gruppe hat im Jahr 2018 ein Ergebnis vor Steuern von knapp 1,4 Milliarden Euro erzielt. Dieses ordentliche Ergebnis basiert auf einer guten operativen Entwicklung. In den meisten Bereichen haben unsere Geschäftseinheiten ihr Geschäftsvolumen und ihre Marktanteile gesteigert. Seitens des Kapitalmarktes gab es 2018 dagegen eher Gegen- als Rückenwind. Auch dies spiegelt sich in den Ergebnissen wider.

„Das ordentliche Ergebnis des Jahres 2018 basiert auf einer guten operativen Entwicklung.“

Uwe Fröhlich

Gleichwohl hat uns das Ergebnis erlaubt, belastende Sonderfaktoren zu verarbeiten. Neben negativen Bewertungseffekten aufgrund der Kapitalmarktentwicklung haben wir den Unternehmenswert der DZ PRIVATBANK an die schwieriger gewordenen Rahmenbedingungen im Private Banking-Markt angepasst.

In der strategischen Weiterentwicklung der DZ BANK Gruppe haben wir im vergangenen Jahr gute Fortschritte gemacht. Die DZ BANK AG hat sich mit „Verbund First 4.0“ ambitionierte Ertrags- und Kostenziele gesetzt und umfassende Maßnahmen bereits auf den Weg gebracht. Die DG HYP und die WL BANK haben ihre Fusion zur DZ HYP, der größten deutschen Pfandbriefbank, erfolgreich vollzogen. Parallel dazu ist dem fusionierten Institut eine Steigerung des Bestandsgeschäfts und des Neugeschäfts gelungen. Die DVB Bank ist sowohl mit dem Abbau von Risiken als auch mit dem Verkauf von Geschäftsteilen gut vorangekommen. Bei der Prüfung der weiteren Optionen lassen wir uns unverändert vom Prinzip des wertschonenden Vorgehens leiten.

Ein Blick auf die Ergebnisse des vergangenen Jahres im Einzelnen: Der Zinsüberschuss verringerte sich um 4,8 Prozent auf 2,79 Milliarden Euro, wobei besonders stark zinsabhängige Einheiten wie die DZ BANK AG und die Bausparkasse Schwäbisch Hall von den Niedrigzinsen gefordert wurden. Gegenläufig konnte der Provisionsüberschuss auf 1,96 Milliarden Euro (2017: 1,86 Milliarden Euro) gesteigert werden. Er wurde erneut maßgeblich von einer guten Entwicklung der Union Investment getragen. Das Handelsergebnis ging aufgrund eines geringeren Handelsbeitrags der DZ BANK AG von 506 Millionen Euro auf 285 Millionen Euro zurück. Das Ergebnis aus Finanzanlagen von 150 Millionen Euro (2017: 10 Millionen Euro) spiegelt insbesondere gestiegene Erträge aus Wertpapierverkäufen der DZ BANK AG wider. Das Sonstige Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten sank von 289 Millionen Euro auf minus 120 Millionen Euro. Dafür waren erneut Bewertungseffekte bei Staatsanleihen im Abbauportfolio der DZ HYP wesentlich. Das Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft ermäßigte sich primär aufgrund eines gesunkenen Kapitalanlageergebnisses der R+V von 907 Millionen Euro auf 490 Millionen Euro, während der operative Geschäftsverlauf der R+V weiterhin positiv war. Die Risikovorsorge war mit 21 Millionen Euro unauffällig (2017: 786 Millionen Euro), wobei sich die Stabilisierung der DVB Bank sowie Netto-Auflösungen bei der DZ BANK AG positiv auswirkten. Die Verwaltungsaufwendungen zeigten einen insgesamt leichten Anstieg um 2,5 Prozent auf 4,06 Milliarden Euro. Einer wachstumsbedingten Steigerung bei Union Investment standen deutliche Einsparungen bei der DZ BANK infolge des Abschlusses der Fusion gegenüber.

Diese Ergebnisse sind Ausdruck des großen Engagements unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihnen sprechen unsere Vorstandskollegen und wir unsere Anerkennung und unseren Dank aus.

Die Kapitalsituation der DZ BANK Gruppe ist weiterhin zufriedenstellend. Trotz einer Ausweitung des Geschäftsvolumens blieb die harte Kernkapitalquote zum 31.12.2018 mit 13,7 Prozent stabil (31.12.2017: 13,7 Prozent). Diese Entwicklung ist Ausdruck eines umsichtigen Managements der Risikoaktiva und unserer hohen Thesaurierungskraft.

Unter Berücksichtigung der Erfordernisse eines sorgsamen Kapitalmanagements ebenso wie der berechtigten Interessen unserer Eigentümer schlagen wir der Hauptversammlung eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 18 Cent je Aktie vor.

Der Ausblick auf das Jahr 2019 ist geprägt durch erste Anzeichen einer konjunkturellen Eintrübung, auch in unserem Heimatmarkt Deutschland. Im operativen Geschäft stellen wir zum Jahresauftakt hingegen einen weiterhin hohen Zuspruch unserer Kunden fest. Wir rechnen damit, im Geschäftsjahr 2019 einen leichten Ergebnisanstieg und damit ein Ergebnis am unteren Ende unserer nachhaltigen Ergebnisspanne von 1,5 bis 2 Milliarden Euro vor Steuern zu erzielen.

Zugleich arbeiten wir jeden Tag dafür, die Leistungsfähigkeit unserer Organisation über die unmittelbare Zukunft hinaus zu sichern. Hierfür haben wir mit der erfolgreichen Fusion zu einem Zentralinstitut das Fundament geschaffen, auf dem wir mit Verbund First 4.0 aufsetzen. Für uns stehen drei Aspekte im Vordergrund. Wir investieren erstens in unseren Marktantritt im Kapitalmarktgeschäft, im Firmenkundengeschäft und im Transaction Banking. Eine hohe Priorität liegt auf der kundenorientierten und effizienten Ausrichtung aller Firmenkundenprozesse – vom Kundenportal bis zum Back Office.

„Wir arbeiten jeden Tag dafür, die Leistungsfähigkeit unserer Organisation über die unmittelbare Zukunft hinaus zu sichern.“

Dr. Cornelius Riese

Zweitens optimieren wir unsere Steuerung und Produktion und nutzen auch dazu die sich bietenden Möglichkeiten für die Digitalisierung und Automatisierung von Kernprozessen. Die Schwerpunkte liegen hierbei auf den Kredit- und Steuerungsfunktionen sowie der IT. Unsere Kostenbasis weiter zu optimieren, ist eine zwingende Aufgabe. Wir werden den Aufwand für externe Dienstleister deutlich reduzieren und sehen einen weiteren Abbau von knapp 500 Stellen bis 2023 – dies entspricht zirka zehn Prozent des Stellengerüsts nach Umsetzung der Fusionssynergien – als notwendig an.

Der dritte wesentliche Aspekt ist der Beitrag unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für unseren langfristigen Erfolg. Unsere Organisation steht schon heute in besonderer Weise für wertorientiertes und eigenverantwortliches Handeln. Diese Werte in die Zukunft zu übersetzen und unsere Unternehmenskultur noch stärker kunden-, effizienz- und leistungsorientiert auszurichten, ist unser Anspruch. Auch deswegen steht die Gewinnung und Förderung von Talenten und damit die Gestaltung des demographischen Wandels oben auf unserer Prioritätenliste. Die Anzahl an neuen Trainees werden wir im Geschäftsjahr 2019 verdoppeln.

Mit unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und unserer Verankerung in der Gesellschaft sind wir für diese Zukunftsaufgaben gut gerüstet. Bei allen Überlegungen zur Zukunft unserer Organisation dürfen wir jedoch auch das Tagesgeschäft nicht aus den Augen lassen. Wir müssen alles daransetzen, erster Partner der Genossenschaftsbanken zu bleiben, Mehrwert zu stiften und neues Wachstum zu ermöglichen. Die konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem BVR, den Genossenschaftsbanken, den Unternehmen der Genossenschaftlichen FinanzGruppe sowie der Fiducia & GAD im Zuge der gemeinsamen Digitalisierungsstrategie stimmt zuversichtlich.

Wir bündeln unsere vielfältige digitale Erfahrung, um dieses so zentrale Projekt zum Erfolg zu führen und profitieren ebenso sehr von der Expertise, die die anderen in die Zusammenarbeit einbringen. Wir stehen nicht nur füreinander ein, wir agieren unternehmerisch und geschlossen. Wir ruhen uns nicht auf unserer erfolgreichen Historie aus, wir suchen gemeinsam nach sinnvollen Lösungen, packen an und gestalten aktiv. So lange wir uns diesen Antritt erhalten, haben wir allen Grund zur Zuversicht.


Mit freundlichen Grüßen

Uwe Fröhlich
Co-Vorstandsvorsitzender

Dr. Cornelius Riese
Co-Vorstandsvorsitzender