Geschäftsbericht 2016

Brief an die Aktionäre

 
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„Das Resultat spiegelt eine gute
Entwicklung im Kundengeschäft
unserer Allfinanzgruppe wider und
reflektiert zugleich die gelungene
Fusion mit der WGZ BANK.“

Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der DZ BANK

„Das Resultat spiegelt eine gute Entwicklung im Kundengeschäft unserer Allfinanzgruppe wider und reflektiert zugleich die gelungene Fusion mit der WGZ BANK.“

die DZ BANK Gruppe blickt auf ein erfolgreiches und strategisch bedeutsames Geschäftsjahr 2016 zurück. Mit einem Ergebnis vor Steuern von 2,2 Milliarden Euro haben wir unser Jahresziel eines Vorsteuerergebnisses oberhalb von zwei Milliarden Euro sicher erreicht. Das Resultat spiegelt eine gute Entwicklung im Kundengeschäft unserer Allfinanzgruppe wider und reflektiert zugleich die gelungene Fusion mit der WGZ BANK. Mit dem in sehr kurzer Zeit erreichten Zusammenschluss hat unsere Organisation ihre Entschlossenheit zur Arbeit an unseren gemeinsamen Herausforderungen untermauert.

In der Gewinn- und Verlustrechnung sind die fusionsbedingten Erträge und Aufwendungen in der Position „Ergebnis aus Unternehmenszusammenschluss WGZ BANK“ in Höhe von 256 Millionen Euro ausgewiesen. In allen anderen Positionen ist die geschäftliche Entwicklung der DZ BANK Gruppe vor Fusion im ersten Halbjahr 2016 sowie die Entwicklung der fusionierten Bank im zweiten Halbjahr 2016 enthalten. Die Ergebnisse sind insofern nicht mit denen früherer Jahre vergleichbar.

von links nach rechts:
Wolfgang Köhler, Uwe Berghaus, Frank Westhoff, Wolfgang Kirsch (Vorstandsvorsitzender), Hans-Bernd Wolberg (Stellvertretender Vorstandsvorsitzender), Dr. Christian Brauckmann, Thomas Ullrich, Karl-Heinz Moll, Dr. Cornelius Riese, Michael Speth, Lars Hille, Stefan Zeidler

Der Zinsüberschuss erreichte 2,66 Milliarden Euro, wobei sich insbesondere das Firmenkundengeschäft der DZ BANK AG positiv entwickelte. Sowohl bei der Gewinnung neuer Kunden als auch im Ausbau unserer Geschäftsbeziehungen sind wir gut vorangekommen. Demgegenüber wirkten sich Rückstellungen für Zinsbonifikationen bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall (BSH) aufgrund der andauernd niedrigen Zinsen negativ aus. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft lag bei 569 Millionen Euro und war wesentlich beeinflusst durch Belastungen im Schiffskreditportfolio der DVB Bank. Ansonsten blieb die Risikovorsorge unauffällig. Der Provisionsüberschuss erreichte mit 1,7 Milliarden Euro abermals ein hohes Niveau. Maßgeblich dazu beigetragen haben eine erneut starke Geschäftsentwicklung bei Union Investment sowie Zuwächse bei der DZ BANK AG und der BSH. Das Handelsergebnis belief sich auf 780 Millionen Euro und war neben Bewertungseffekten bei Eigenemissionen geprägt durch einen positiven Geschäftsverlauf im Primärmarktgeschäft mit Anleihen. Außerdem steigerte die DZ BANK den Absatz strukturierter Produkte und baute ihren Marktanteil in diesem Geschäft weiter aus. Das Ergebnis aus Finanzanlagen erreichte 127 Millionen Euro und enthält einen außerordentlichen Ertrag aus der Veräußerung von Anteilen an VISA Europe. Das Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft lag bei 760 Millionen Euro und spiegelt damit eine positive operative Entwicklung sowie ein erfreuliches Kapitalanlageergebnis der R+V Versicherung wider. Die Verwaltungsaufwendungen in der DZ BANK Gruppe betrugen 3,6 Milliarden Euro. Ihre Entwicklung reflektiert insbesondere ein regulatorisch bedingt umfangreiches Projektportfolio sowie fortgesetzte Investitionen in unsere Marktinitiativen.

Der erfolgreiche Verlauf des Geschäftsjahres und die zügige Umsetzung unserer Fusion sind Ausdruck der hohen Leistungsbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DZ BANK Gruppe. Ihnen sprechen meine Vorstandskollegen und ich unseren herzlichen Dank aus. Das gute Resultat haben wir erneut zur Gewinnthesaurierung genutzt. Im Zusammenwirken mit positiven Effekten aus der Fusion haben wir unsere Kapitalbasis aus eigener Kraft weiter gesteigert. So erreichte die harte Kernkapitalquote der DZ BANK Gruppe unter Vollanwendung der Kapitalrichtlinie CRR zum 31.12.2016 einen Wert von 14,5 Prozent. Zum Ende des Vorjahres lag dieser Wert für die DZ BANK Gruppe in der Betrachtung vor Fusion bei 13,0 Prozent. Auch künftig bleibt ein effektives Kapitalmanagement für unsere Institutsgruppe von hoher Bedeutung, da sich – insbesondere unter dem Stichwort „Basel IV“ – bereits weitere kapitalbelastende regulatorische Vorgaben abzeichnen.

„Im Zusammenwirken mit positiven Effekten aus der Fusion haben wir unsere Kapitalbasis aus eigener Kraft weiter gesteigert.“

Aus der Abwägung der Erfordernisse des Kapitalmanagements und den berechtigten Interessen unserer Eigentümer leiten wir auch den Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung ab. Dieser liegt bei 18 Cent je Aktie (Vorjahr: 16 Cent).

Im Blick nach vorn haben wir es mit einem unverändert herausfordernden Umfeld zu tun. Dazu zählen gewachsene politische Risiken, vor allem die offen zu Tage tretenden Veränderungen in den transatlantischen Beziehungen und die bislang ungelöste Identitätskrise Europas. In einigen europäischen Ländern bestehen zudem Strukturprobleme fort, während die Europäische Zentralbank trotz der immer augenfälligeren negativen Nebenwirkungen ihre expansive Geldpolitik fortsetzt. Positiv hervorzuheben ist, dass sich die konjunkturellen Stimmungsindikatoren im Euroraum merklich aufgehellt haben. Die wirtschaftliche Dynamik in unserem deutschen Heimatmarkt ist verhalten positiv, die Beschäftigung liegt auf einem Rekordniveau und dürfte sich weiter verbessern. Unsere Volkswirte prognostizieren für 2017 ein Wachstum von 1,5 Prozent.

„Sowohl bei der Gewinnung neuer Kunden als auch im Ausbau unserer Geschäftsbeziehungen sind wir gut vorangekommen.“

Angesichts dieser Rahmenbedingungen tun wir gut daran, im klaren Bewusstsein für unsere eigenen Stärken weiter konzentriert an unserem Markterfolg zu arbeiten. Mit der Fusion hat die DZ BANK Gruppe ihre strategische und betriebswirtschaftliche Aufstellung dafür nachhaltig gekräftigt. Wir können uns nun aus einer Position der Stärke heraus noch besser im Markt positionieren. Die solide Kapitalausstattung und Liquidität, die positive Reputation, eines der besten Bankenratings in Europa und das mit der Fusion komplettierte Leistungsangebot sind Argumente, mit denen wir überzeugen können. Der Zuspruch unserer Kunden, insbesondere im Firmenkundengeschäft, bestärkt uns darin.

Der nächste wesentliche Schritt für die strukturelle Aufstellung der DZ BANK Gruppe wird die schrittweise Weiterentwicklung in Richtung einer Holdingstruktur sein. Die Grundlagen dafür werden wir uns im laufenden Geschäftsjahr erarbeiten. Darüber hinaus streben wir eine Neuordnung unserer Immobilienaktivitäten an. Mit diesen Maßnahmen stellen wir eine hohe Effektivität in der Steuerung sicher. Zugleich können sich die einzelnen Einheiten noch stärker auf die kontinuierliche Verbesserung ihres jeweiligen Leistungsangebots konzentrieren.

„Mit der Fusion hat die DZ BANK Gruppe ihre
strategische und betriebswirtschaftliche Aufstellung nachhaltig gekräftigt.“

Das Ergebnis des Jahres 2017 wird maßgeblich durch diese strukturellen Arbeiten in Folge unserer Fusion geprägt sein, während die Synergien erst in den kommenden Jahren voll zum Tragen kommen werden. Vor diesem Hintergrund rechnen wir 2017 mit einem Ergebnis vor Steuern am unteren Ende unserer nachhaltigen Ergebnisspanne von 1,5 bis zwei Milliarden Euro und erwarten, diesen Wert in den darauf folgenden Jahren wieder zu steigern.

Im Zentrum unserer gemeinschaftlichen Anstrengungen steht die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit unserer genossenschaftlichen FinanzGruppe. Der nun erreichte Abschluss der Konsolidierung auf Ebene der Zentralinstitute war dazu ein wichtiger Schritt. Die Fusion der Rechenzentralen, die Bündelung der Kräfte auf Verbandsebene und auch die Zusammenschlüsse unter den Genossenschaftsbanken weisen in die gleiche Richtung. Aus den erreichten Erfolgen erwächst zugleich ein Anspruch, den wir in den vor uns liegenden Monaten und Jahren weiter einzulösen haben. Daran arbeiten wir.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Kirsch
Vorstandsvorsitzender