9.4. Risikomanagement

9.4.1. Risikomanagement im selbst abgeschlossenen Lebensversicherungs- und Pensionsversicherungsgeschäft

Die versicherungstechnische Risikosituation in der [--break--]Lebens- und Pensionsversicherung ist maßgeblich [--break--]geprägt durch die Langfristigkeit der Leistungsgarantien im Versicherungsfall bei fest vereinbarten Beiträgen.

Zur Sicherung der Erfüllbarkeit aller Leistungsverpflichtungen aus den Versicherungsverträgen werden versicherungstechnische Rückstellungen gebildet. Die Berechnung dieser Rückstellungen basiert auf Annahmen über die künftige Entwicklung der biometrischen Risiken (zum Beispiel Sterblichkeit und Berufsunfähigkeit), Kapitalerträge und Kosten. Der Gefahr, dass sich die Rechnungsgrundlagen im Laufe der Zeit verändern, wird durch eine sorgfältige Produktentwicklung und aktuarielle Controlling-Systeme entgegengewirkt.

Dem Risiko, dass die zukünftigen Kapitalerträge den garantierten Zins auf die Rückstellungen unterschreiten, wird durch den Erhalt von genügend freien Sicherungsmitteln begegnet, die auch in ungünstigen Kapitalmarktsituationen zur Verfügung stehen. Mit Hilfe von Stresstests und Szenarioanalysen im Rahmen des Asset Liability-Managements wird der notwendige Umfang von Sicherungsmitteln zur Wahrung der Solvabilität laufend überprüft. Insbesondere werden die Auswirkungen eines lang anhaltenden, niedrigen Zinsniveaus sowie volatiler Kapitalmärkte systematisch geprüft.

Im Rahmen der am 11. März 2011 verkündeten Verordnung zur Änderung der Deckungsrückstellungsverordnung wurde der Höchstrechnungszins für Neuverträge zum 1. Januar 2012 auf 1,75 Prozent gesenkt. Darüber hinaus ermöglicht die Einführung der Zinszusatzreserve eine frühzeitige Vorsorge in Niedrigzinsphasen. Der für die Zinszusatzreserve maßgebliche Referenzzins betrug zum 31. Dezember 2011 3,92 Prozent. Die Bildung der Zinszusatzreserve ist im Geschäftsjahr erfolgt. Für das Geschäftsjahr 2012 werden weitere Zuführungen erwartet, die in den Planungsrechnungen berücksichtigt sind.

Mit der Senkung des Rechnungszinses für das Neugeschäft und der Bildung der Zinszusatzreserve sind die wichtigsten Voraussetzungen für die Begrenzung des Zinsgarantierisikos im Lebens- und Pensionsversicherungsgeschäft geschaffen.

Die für das Geschäftsjahr 2012 deklarierte Überschussbeteiligung ist bereits festgelegt und gesichert. Die jährliche Festlegung der Überschussbeteiligung erfolgt so, dass mit der freien Rückstellung für Beitragsrückerstattung und den Bewertungsreserven in den Kapitalanlagen unter Berücksichtigung der zu erwartenden laufenden Zinserträge noch genügend freie Mittel zur Verfügung stehen, um das Zinsgarantierisiko abzusichern.

Die R+V betreibt Lebensversicherungs- und Pensionsversicherungsgeschäft überwiegend in Deutschland. Die daraus resultierende geografische Konzentration der versicherten Risiken wird insbesondere vor dem Hintergrund der Unterschiedlichkeit der Risiken als unbedenklich erachtet. Innerhalb Deutschlands sind die Risiken gleichmäßig geografisch verteilt. Es existiert kein geografisches Kumulrisiko.



 
Finanzverbund der Volksbanken Raiffeisenbanken
  • Seite drucken
  • PDF Version herunterladen
  • Vorjahresvergleich
DZ BANK Gruppe