5. Beteiligungsrisiko

Unter Beteiligungsrisiko wird in der DZ BANK Gruppe die Gefahr von unerwarteten Verlusten verstanden, die sich aus dem Sinken des Marktwerts der Beteiligungen unter ihren Buchwert ergeben. Beteiligungsrisiken resultieren prinzipiell aus den Kapitalbeteiligungen an Unternehmen, die aufgrund ihres geringen Anteils am gesamten Eigenkapital der Beteiligungsunternehmen keine dezidierten Informations- und Gestaltungsrechte begründen. In der DZ BANK Gruppe entstehen Beteiligungsrisiken vor allem bei der DZ BANK und in geringerem Umfang bei der BSH und der R+V.

Die im Anlagebuch abgebildeten Beteiligungen werden im Wesentlichen aus strategischen Erwägungen gehalten. Die Unternehmen, an denen die DZ BANK, die BSH und die R+V strategische Beteiligungen halten, decken in der Regel Märkte, Marktsegmente oder Wertschöpfungsstufen ab, in denen diese Gruppengesellschaften selbst oder die Volksbanken und Raiffeisenbanken nicht tätig sind. Damit unterstützen diese Beteiligungen Vertriebsaktivitäten der Genossenschaftsbanken oder tragen durch Bündelung von Aufgaben zur Kostenentlastung bei. Die Beteiligungsstrategie wird laufend auf die verbundpolitischen Bedürfnisse ausgerichtet.

Darüber hinaus dienen die strategischen Beteiligungen der R+V der Unterstützung des Vertriebs und der geographischen Diversifikation des Versicherungsgeschäfts durch Investitionen in ausländische Märkte. Auch Bankbeteiligungen der R+V innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken werden den strategischen Beteiligungen zugeordnet.

Die Entscheidung über das Eingehen oder Auflösen von Beteiligungspositionen treffen die Vorstände der DZ BANK beziehungsweise der BSH und der R+V in Abstimmung mit den zuständigen Gremien. Für die Mandatsbetreuung ist in der DZ BANK der Unternehmensbereich Stab zuständig. In der BSH obliegt diese Aufgabe dem Bereich Auslandsmärkte sowie dem Bereich Controlling und Beteiligungsmanagement. In der R+V sind hierfür die jeweiligen Stabstellen oder das Beteiligungscontrolling verantwortlich. Die Messung und Überwachung von Beteiligungsrisiken sind Aufgabe der jeweiligen Controlling-Einheiten, die den Aufsichtsrat, den Vorstand und die Mandatsbetreuung im Rahmen von vierteljährlichen Berichten über das Ergebnis der quantitativen Messung und der Überwachung der Beteiligungsrisiken informieren.

Im Rahmen des Managements von Beteiligungen sind die risikostrategischen Vorgaben zu beachten. Dabei gilt der Grundsatz, dass die Übernahme von Beteiligungsrisiken, gemessen als Risikokapitalbedarf, nur unter Abwägung der damit verbundenen Chancen und lediglich innerhalb der bestehenden Verlustobergrenzen zulässig ist.

Das Volumen der Beteiligungen an Unternehmen außerhalb der Gruppe belief sich zum 31. Dezember 2011 auf 3.148 Mio. € (31. Dezember 2010: 2.503 Mio. €). Die Volumenausweitung ist im Wesentlichen auf die Einbeziehung der DZ Equity Partner in die differen­zierte Risikomessung bei der DZ BANK sowie die Abbildung von nicht konsolidierungspflichtigen Investments im Beteiligungsrisiko der DVB zurückzuführen.

Der ökonomische Kapitalbedarf für Beteiligungsrisiken der DZ BANK Gruppe wurde zum 31. Dezember 2011 mit 911 Mio. € gemessen und lag damit über dem entsprechenden Vorjahreswert von 777 Mio. €. Die Verlustobergrenze betrug zum 31. Dezember 2011 1.107 Mio. € (31. Dezember 2010: 1.075 Mio. €). Im Jahresverlauf wurde die Verlustobergrenze zu keiner Zeit überschritten.

 
Finanzverbund der Volksbanken Raiffeisenbanken
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DZ BANK Gruppe