8. Bauspartechnisches Risiko

Das bauspartechnische Risiko wird als Erfolgsrisiko verstanden. Es umfasst das Risiko unerwarteter[--break--] Ergebniseinbrüche im Bauspargeschäft. Abweichungen vom geplanten zukünftigen Ergebnis können[--break--] vor allem aufgrund der Veränderung folgender Fak­toren auftreten:

  • Wettbewerbsumfeld
  • Rechtliche Rahmenbedingungen (insbesondere[--break--] hinsichtlich der gesetzlichen Bausparförderung)
  • Kundenverhalten

Das bauspartechnische Risiko wird in die Kompo­nenten Kollektivrisiko und Neugeschäftsrisiko unterteilt. Die Entwicklung des Kollektivs wird von einer Vielzahl von Parametern beeinflusst, die das Kundenverhalten abbilden. Das Bausparkollektiv reagiert auf Verhaltensänderungen der Kunden, wenn sie signi­fikant vom prognostizierten Verhalten abweichen und nicht nur von kurzer Dauer sind. Negative Auswirkungen, die sich aus nicht zinsinduzierten Verhaltensänderungen ergeben, werden über das Kollektivrisi[--break--]ko abgebildet. Die aus der möglichen Abweichung vom geplanten zukünftigen Neugeschäft resultierenden negativen Effekte werden als Neugeschäftsrisiko definiert.

In der DZ BANK Gruppe entstehen bauspartechnische Risiken aus den Geschäftsaktivitäten der BSH.

Das bauspartechnische Risiko ist eng mit dem Geschäftsmodell der BSH verknüpft und kann daher nicht vermieden werden. Vor diesem Hintergrund zielt die Risikostrategie darauf ab, einer unkontrollierten Risikoausweitung vorzubeugen. Diese Zielsetzung wird durch eine vorausschauende Tarif- und Produktpolitik und das integrierte Management von kollektivem und außerkollektivem Geschäft erreicht.

Innerhalb der DZ BANK Gruppe obliegt der BSH die Verantwortung für das Management des bauspartechnischen Risikos. Dies umfasst die Risikomessung und die Kommunikation der Risiken an die Risikomanagementgremien der BSH sowie an den Vorstand und den Aufsichtsrat der BSH. Die bauspartechnischen Risiken sind in das Risikoreporting der DZ BANK Gruppe eingebunden.

Die Risikomessung erfolgt auf Basis einer speziellen[--break--] Kollektivsimulation, in der ein verändertes (negatives) [--break--]Kundenverhalten und ein Neugeschäftsrückgang integrativ abgebildet werden. Die Ergebnisse der Kollektivsimulation werden mittels einer langfristigen Ergebnisrechnung in eine periodische Gewinn- und Verlustrechnung überführt. Als Risikomaß wird die Abweichung zwischen dem tatsächlichen Ergebnis im Risikoszenario und dem notwendigen Ergebnis zur Erreichung der Zielvorgabe verwendet. Der Barwert der Differenzen wird durch Diskontierung bestimmt. Die Summe der barwertigen Differenzen stellt das bauspartechnische Risiko und somit den Risikokapitalbedarf für diese Risikoart dar.

Zur Ermittlung des bauspartechnischen Risikos im Stressfall werden die Risikoparameter an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Die Stresstests werden in vierteljährlichem Turnus vorgenommen.

Das bauspartechnische Risiko wird für die barwertige Betrachtung im Liquidationsansatz innerhalb des Gesamtbanklimitsystems der BSH mit Risikokapital unterlegt.

Der Kapitalbedarf für das bauspartechnische Risiko betrug zum 31. Dezember 2011 585 Mio. € (31. Dezember 2010: 513 Mio. €) bei einer Verlustobergrenze in gleicher Höhe (31. Dezember 2010: 513 Mio. €). Der Risikokapitalbedarf lag im Verlauf des Geschäftsjahres zu keiner Zeit über der jeweils gültigen Verlustobergrenze. Der Anstieg des bauspartechnischen Risikos gegenüber dem Vorjahresultimo ist auf die negative Veränderung der für das Risikoszenario maßgeblichen Umfeldbedingungen und Prämissen zurückzuführen. Vor dem Hintergrund der Neugeschäftsplanung ist für das Geschäftsjahr 2012 kein signifikanter Anstieg des bauspartechnischen Risikos zu erwarten.

 
Finanzverbund der Volksbanken Raiffeisenbanken
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