» 85 UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSE

In Fortsetzung der Marktinitiative Private Banking fanden zur Bündelung der Kompetenzen und zur Stärkung der Position der Genossenschaftlichen FinanzGruppe im Berichtszeitraum Unternehmenszusammenschlüsse und konzerninterne Umstrukturierungen unter Beteiligung der im Private Banking tätigen Konzernunternehmen statt.

Mit den Beschlüssen der Generalversammlungen der DZ PRIVATBANK S.A. und der WGZ BANK Luxembourg S.A., Luxembourg, (WGZ Luxembourg) am 9. Juni 2011 wurde die Verschmelzung der WGZ Luxembourg auf die DZ PRIVATBANK S.A. rechtswirksam. Durch die Verschmelzung ging das Vermögen der WGZ Luxembourg mit allen Rechten und Pflichten einschließlich aller Schulden im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf die DZ PRIVATBANK S.A. über. Die DZ PRIVATBANK S.A. ist ein Tochterunter­nehmen der DZ BANK. Die Transaktion stellt einen Unternehmenszusammenschluss gemäß IFRS 3 mit der DZ PRIVATBANK S.A. als erwerbender und der WGZ Luxembourg als erworbener Gesellschaft dar. Erwerbszeitpunkt war der 9. Juni 2011. Weiterhin brachten die bisherigen Anteilseigner der WGZ Luxembourg die von ihnen gehaltenen 20,0 Prozent der Anteile am Konzernunternehmen DZ PRIVATBANK (Schweiz) AG, Zürich, mittels einer Sachkapitalerhöhung in die DZ PRIVATBANK S.A. ein. Daneben wurde durch eine konzerninterne Transaktion die DZ PB S.A. auf ihr Tochterunternehmen DZ PRIVATBANK S.A. verschmolzen. Aufgrund der beiden letztgenannten Transaktionen stieg der An­teil der DZ PRIVATBANK S.A. an der DZ PRIVATBANK (Schweiz) AG von 0,0 Prozent auf 100,0 Prozent. Der Anteil der DZ BANK an der DZ PRIVATBANK S.A. beträgt nun 70,3 Prozent (vor Verschmelzungen und Einbringungen: 89,7 Prozent).

Im Rahmen der Verschmelzung mit der WGZ Luxembourg wurden an deren bisherige Anteilseigner insgesamt 4.608.942 neue Aktien der DZ PRIVATBANK S.A. ausgegeben. Der beizulegende Zeitwert der ausgegebenen neuen Aktien betrug zum Erwerbszeitpunkt 377 Mio. €. Grundlage für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts bildeten hierbei die für die Bestimmung des Umtauschverhältnisses mittels des Ertragswertverfahrens berech­neten Unternehmenswerte der an der Verschmelzung beteiligten Gesellschaften.

Aus der Bewertung der Vermögenswerte und Schulden der WGZ Luxembourg mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt ergab sich insgesamt ein Nettovermögen [--break--]in Höhe von 249 Mio. €. Dieses gliedert sich folgendermaßen auf:

 
     
in Mio. €   Beizu­legender Zeitwert
Vermögenswerte    
Barreserve   1
Forderungen an Kreditinstitute   1.184
Forderungen an Kunden   508
Handelsaktiva   22
Finanzanlagen   1.142
Sachanlagen und Investment Property   1
Ertragsteueransprüche   1
Sonstige Aktiva (Immaterielle Vermögenswerte)   127
Schulden    
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten   1.121
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden   1.500
Handelspassiva   27
Rückstellungen   4
Ertragsteuerschulden   60
Sonstige Passiva   1
Nachrangkapital   24

Der Nominalbetrag der erworbenen Forderungen an Kreditinstitute und Kunden beläuft [--break--] sich auf 1.683 Mio. €. Es bestehen keine wesentlichen künftigen vertraglichen Cashflows, [--break--]die voraussichtlich uneinbringlich sein werden.

Aus dem Unternehmenszusammenschluss ergab sich ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 128 Mio. €. Wesentliche Faktoren für die Entstehung dieses Geschäfts- oder Firmenwerts sind zukünftig erwartete Ertragsüberschüsse und Synergieeffekte.

Hätte die Fusion mit der WGZ Luxembourg zu Beginn des Berichtszeitraums stattgefunden, wären der Zinsüberschuss des DZ BANK Konzerns um 14 Mio. € und der Provisionsüberschuss um 8 Mio. € höher. Bei den Verwaltungsaufwendungen hätte sich ein Anstieg in Höhe von 6 Mio. € ergeben. Unter Berücksichtigung der übrigen erfolgswirksamen Erträge und Aufwendungen hätte sich ein um insgesamt 4 Mio. € höheres Konzernergebnis ergeben.

Der Unternehmenszusammenschluss fand in Form einer Verschmelzung statt, weshalb für die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden keine separate Buchführung mehr erfolgt. Daher unterbleibt die separate Angabe der Erträge und des erfolgswirksamen Ergebnisses der erworbenen Einheit seit dem Erwerbszeitpunkt.

Die Fusion der DZ PRIVATBANK S.A. mit der WGZ Luxembourg sowie die damit einhergehende Einbringung der Anteile an der DZ PRIVATBANK (Schweiz) AG in die DZ PRIVATBANK S.A. durch die bisherigen Anteilseigner der WGZ Luxembourg führte insgesamt zu [--break--]einem Anstieg des Konzerneigenkapitals um 377 Mio. €. Hiervon entfallen 190 Mio. € auf [--break--]die Anteilseigner der DZ BANK und 187 Mio. € auf nicht beherrschende Anteile. Die Effekte sind in der Eigenkapitalveränderungsrechnung in den Veränderungen des Konsolidierungskreises abgebildet.

Weiterhin erfolgte durch das Konzernunternehmen DZ PRIVATBANK S.A. die Übernahme von Teilen des Private Banking-Geschäfts der UniCredit Luxembourg S.A., Luxembourg. [--break--] Die Transaktion erfolgte in Form eines Asset Deals und stellt einen Unternehmenszusammenschluss nach IFRS 3 dar. Die Beherrschung wurde durch den juristischen Eigentumsübergang der Vermögenswerte und Schulden sowie durch die Übernahme der Mitarbeiter zum 1. Januar 2011 erlangt. Der Kaufpreis betrug 27 Mio. €. Hiervon waren 24 Mio. € als Barzahlung zu entrichten, 3 Mio. € entfielen auf den beizulegenden Zeitwert einer bedingten Gegenleistung zum Erwerbszeitpunkt. Die bedingte Gegenleistung betrifft Ausgleichszahlungen, die sich an der Entwicklung des Kundenportfolios orientieren.

Aus der Bewertung der Vermögenswerte und Schulden des erworbenen Unternehmens mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt ergab sich insgesamt ein Nettovermögen in Höhe von 27 Mio. €. Dieses gliedert sich folgendermaßen auf:

 
     
in Mio. €   Beizu-
­legender
Zeitwert
Vermögenswerte    
Forderungen an Kreditinstitute   555
Forderungen an Kunden   25
Sonstige Aktiva (Immaterielle Vermögenswerte)   27
Schulden    
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden   580

Der Unternehmenszusammenschluss fand in Form eines Asset Deals statt, weshalb für die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden keine separate Buchführung mehr erfolgt. Daher unterbleibt die separate Angabe der Erträge und des erfolgswirksamen Ergebnisses der erworbenen Einheit seit dem Erwerbszeitpunkt.

Aus weiteren Unternehmenszusammenschlüssen im Berichtszeitraum resultierten Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 5 Mio. €.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden entsprechend den Geschäftssegmenten des DZ BANK Konzerns – welche jeweils Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten darstellen – [--break--]zugeordnet, die aus den Synergien des Zusammenschlusses Nutzen ziehen sollen. Die Geschäfts- oder Firmenwerte entfallen am Abschlussstichtag auf das Segment Bank mit 55 Mio. € (Vorjahr: 56 Mio. €), auf das Segment Versicherung mit 56 Mio. € (Vorjahr: 54 Mio. €) und auf das Segment Retail mit 169 Mio. € (Vorjahr: 41 Mio. €).

Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden regelmäßig im letzten Quartal des Geschäftsjahres auf eine mögliche Wertminderung geprüft. Sofern Anhaltspunkte für eine mögliche Wertminderung vorliegen, ist der Werthaltigkeitstest auch häufiger durchzuführen. Im Rahmen [--break--]des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwert tragenden Ein­heiten mit dem jeweiligen erzielbaren Betrag verglichen. Der Buchwert entspricht dem auf [--break--]die Geschäfts- oder Firmenwert tragende Einheit entfallenden Eigenkapital. Für diese Betrachtung werden die Geschäfts- oder Firmenwerte jeweils fiktiv um den auf die nicht beherrschenden Anteile entfallenden Betrag erhöht. Sofern der erzielbare Betrag den Buchwert übersteigt, besteht kein Wertberichtigungsbedarf für die Geschäfts- oder Firmenwerte. Als erzielbarer Betrag wird jeweils der Nutzungswert der Geschäfts- oder Firmenwert tragenden Einheit ermittelt. Basis hierfür ist die 4-Jahres-Planung des Konzerns, aus der erwartete zukünftige Zahlungsströme abgeleitet werden. Zahlungsströme über die Planungsperiode hinaus werden mittels konstanter Wachstumsraten geschätzt. Die dem Werthaltigkeitstest zugrunde gelegten individuellen Wachstumsraten je Segment betrugen im Berichtszeitraum zwischen 1,1 Prozent und 1,2 Prozent (Vorjahr: 1,0 Prozent bis 1,2 Prozent). Der Nutzungswert der Geschäfts- oder Firmenwert tragenden Einheit ergibt sich durch Abzinsung dieser Zahlungsströme auf den Zeitpunkt des Werthaltigkeitstests. Hierfür wurden im Geschäftsjahr auf Basis des Capital Asset Pricing Model ermittelte Diskontierungsfaktoren (vor Steuern) zwischen 13,7 Prozent und 15,1 Prozent (Vorjahr: zwischen 10,8 Prozent und 13,5 Prozent) verwendet. Im Berichtszeitraum ergab sich wie im Vorjahr kein Wertberichtigungsbedarf.

Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen werden die für die Ermittlung der Nutzungswerte besonders relevanten Parameter innerhalb plausibler Bandbreiten verändert. Die besonders relevanten Parameter für den DZ BANK Konzern sind die prognostizierten Zahlungsströme und die Diskontierungsfaktoren. In den Segmenten Retail und Versicherung ergäbe sich in keinem der Szenarien ein Wertberichtigungsbedarf. Bei einer Erhöhung des Diskontierungsfaktors um 50 Basispunkte würde sich im Segment Bank ein Wertberichtigungsbedarf der Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von -17 Mio. € ergeben. Eine Verminderung der prognostizierten Zahlungsströme um 5 Prozent würde in diesem Segment zu einer Wertberichtigung in Höhe von -49 Mio. € führen.

 

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