Das Firmenkundengeschäft der Genossenschaftlichen FinanzGruppe hat sich 2011 sehr gut entwickelt. Aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen plant die DZ BANK Gruppe, weitere Wachstumspotenziale in diesem Geschäftsfeld zu heben.

FirmenkundengeschäfT

ÜBERBLICK

Die DZ BANK sieht im Firmenkundengeschäft erhebliche Wachstumspotenziale für die Genossenschaftliche FinanzGruppe. Dies bestätigte sich auch im Geschäftsjahr 2011. In diesem stieg die Zahl der Neuanträge im Firmenkundenkreditgeschäft um 10 Prozent, im Gemeinschaftskreditgeschäft mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken stieg die Zahl [--break--]der Neuanträge um 7 Prozent. Aufbauend auf der positiven Entwicklung der vergangenen Jahre will die DZ BANK sowohl das Gemeinschaftskreditgeschäft mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken als auch das Eigengeschäft mit großen Firmenkunden weiter stärken. Die Weichen dafür wurden 2011 gestellt.

MITTELSTANDSGESCHÄFT

Mittelständische Firmenkunden sind traditionell eine Kernzielgruppe der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Dabei haben die Genossenschaftsbanken die Chancen, die sich aus der Finanz- und Wirtschaftskrise ergeben haben, konsequent genutzt. Dies zeigte sich auch in der guten Entwicklung des Gemeinschaftskreditgeschäftes der DZ BANK mit den Volksbanken und Raiffeisen­banken im Geschäftsjahr 2011. Die DZ BANK unter­stützte das Firmenkundengeschäft der Genossenschafts­banken dabei noch umfassender und effizienter als in der Vergangenheit. Dafür hatte sie bereits 2010 im Rahmen ihrer Marktinitiative Mittelstand unter anderem das bedarfs- und potenzialorientierte Be­treuungskonzept „ProFi DZ BANK“ eingeführt und die Betreuungskapazitäten im Firmenkunden­ge­schäft aufgestockt.

In diesem Zusammenhang hat die DZ BANK auch ihre Aktivitäten im Gemeinschaftskreditgeschäft neu ausgerichtet. Kernelement der Maßnahmen war die Regionalisierung der Kreditbearbeitung. Die im Jahr 2010 errichteten Regionalkompetenzcenter an den Kreditstandorten in Hannover, Frankfurt, München und Stuttgart stehen den örtlichen Volksbanken und Raiffeisenbanken als direkte zentrale Ansprechpartner in der Region zur Verfügung und sind für die Kredit­analyse und -bearbeitung im Metakreditgeschäft zuständig.

Konkret schlugen sich die Maßnahmen im Jahr 2011 sowohl in einer Steigerung des Neuantragsvolumens als auch der Zahl der Neuanträge im Gemeinschaftskredit­geschäft nieder. Forciert wurde 2011 darüber hinaus das Cross-Selling im Mittelstandsgeschäft. Hier arbeiteten die Unternehmen [--break--]der DZ BANK Gruppe eng zusammen.

Weiterentwicklung Firmenkundengeschäft

Weiteres Wachstumspotenzial sieht die DZ BANK insbesondere im Kreditgeschäft mit dem gehobenen Mittelstand. Während die Genossenschaftliche [--break--]FinanzGruppe im Mittelstandsgeschäft mit Unternehmen, die einen Umsatz von unter 50 Mio. € [--break--] ausweisen, sowie im Großkunden- und Multinationals-Geschäft gut positioniert ist, hat sie bei Mittelständlern mit ­einem Umsatz von über 50 Mio. € [--break--]noch erhebliche Wachstumsperspektiven. Dies gilt [--break--]sowohl für das Bestands- als auch für das Neu­kundengeschäft.

Aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen hat die DZ BANK deshalb im Geschäftsjahr die Grundlagen für die weitere Expansion im Firmenkundengeschäft durch eine umfassende organisatorische Weiterentwicklung dieses Geschäftsfeldes gelegt. Dazu zählen

  • die konsequente Trennung von Gemeinschafts­kreditgeschäft und Direktgeschäft durch eine [--break--]umfassende organisatorische Weiterentwicklung innerhalb der DZ BANK auf der Marktseite
  • eine noch umfassendere Regionalisierung im [--break--]Gemeinschaftskreditgeschäft und im Direkt­geschäft auf der Marktseite durch eine Verein­heitlichung der Regionenaufteilung sowie [--break--]durch einen Ausbau der regionalen Kapazitäten [--break--]im Markt- und im Marktfolgebereich und
  • eine Vereinfachung bei den Schnittstellen mit [--break--]den Genossenschaftsbanken.
Förderkreditgeschäft und Initiative Agrar, [--break--] Natur und Energie

Weiterhin ein sehr hohes Volumen verzeichnete die DZ BANK im Geschäftsjahr 2011 im gemeinsamen Förderkreditgeschäft mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken. In diesem Geschäftsbereich unterstützt die DZ BANK die Genossenschaftsbanken sowohl durch ihr spezielles Fachwissen als auch durch zielgruppenspezifische Vertriebsaktivitäten. Die für das Processing zuständige VR Kreditwerk AG wickelt zudem im Auftrag der DZ BANK das Förderkreditgeschäft ab. Sie bearbeitete 2011 über 77.000 neue Förderkredite mit einem Zusagevolumen von mehr als 6,2 Mrd. €.

Auch 2011 lag der Schwerpunkt des Förderkredit­geschäfts der Volksbanken und Raiffeisenbanken auf dem privaten Wohnungsbau (siehe auch Privatkundengeschäft), [--break--]der Finanzierung erneuerbarer Energien und der [--break--]Finanzierung von Gründungen und Innovationen. Nachdem das Förderkreditneugeschäft im Geschäftsjahr 2010 vor allem auch durch Vorzieheffekte im [--break--]Bereich der erneuerbaren Energien um rund 47 Prozent gewachsen war, schwächte es sich 2011 wieder [--break--]etwas ab. Mit einem Neugeschäftsvolumen von über 6 Mrd. € konnte die DZ BANK ihre Ziele in dem Geschäftsfeld aber übererfüllen.

Bereits vor Jahren hat die DZ BANK auch den Bereich der erneuerbaren Energien zum strategisch ­bedeut­samen Tätigkeitsfeld erklärt und sieht sich hierin durch die aktuellen politischen Entwicklungen und die beschlossene Energiewende bestätigt. 2011 erwies sich als überaus erfolgreiches Jahr, in dem die DZ BANK ihre in diesem Geschäftsfeld erzielten Erträge deutlich steigern konnte. Um ihre gute Positionierung in diesem Zukunftsmarkt weiter auszubauen, wird die DZ BANK ihre auf dieses Geschäftsfeld spezialisierten Beratungskapazitäten in 2012 nochmals aufstocken.

CORPORATE FINANCE

Auch auf dem Gebiet komplexer Engagements und finanzstrategischer Themen konnte die DZ BANK im Geschäftsjahr 2011 weiter wachsen. Hier fragten vor allem auch Kunden des gehobenen Mittelstands und Großkunden das entsprechende Problemlösungs-Know-how und die entsprechende Produktexpertise der gesamten DZ BANK Gruppe nach.

Wie bereits im Vorjahr, so führte auch 2011 das für Kreditnehmer sehr attraktive Euro-Zinsniveau zu ­steigenden Umsätzen bei Zinsmanagementprodukten mit Firmenkunden des gehobenen Mittelstandes. Die günstigen Zinssätze wurden von den Kunden verstärkt für langfristige Zinsabsicherungen mittels Derivaten genutzt. Im Außenhandel sicherten die Kunden darüber hinaus konsequent ihre Währungsrisiken ab. Auch die Kompetenz der DZ BANK bei der Entwicklung individueller Rohstoffpreisabsicherungen war gefragt (siehe auch Kapitalmarktgeschäft). Eine wachsende Bedeutung kam zudem den Projektfinanzierungen und den Akquisitionsfinanzierungen zu. Auch gewannen Unternehmensschuldscheinemissionen weiter an Attrak­tivität. Eine wachsende Zahl an Volksbanken und Raiffeisenbanken trat als Zeichner von Schuldschein­emissionen auf.

WEITERE LEISTUNGEN

Als eine der bedeutendsten Allfinanzgruppen Deutschlands unterstützt die DZ BANK Gruppe die Volksbanken und Raiffeisenbanken gerade auch im Firmenkundengeschäft mit einem umfassenden Leistungspaket. Dieses umfasst z. B. Leasing-, Absicherungs- und ge­werbliche Immobilienfinanzierungsangebote oder auch Private-Equity-Leistungen. Dadurch gewährleistet die DZ BANK Gruppe, dass die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken ihren Kunden in allen relevanten Finanzfragen kompetente Lösungen bieten kann.

Leasing

Die VR LEASING hat im Geschäftsjahr 2011 einen tiefgreifenden Wandel eingeleitet und richtet sich konsequent an den Bedürfnissen der Volksbanken und Raiffeisenbanken aus. Ziel dieser Strategie ist es, das Geschäft mit dem regional verwurzelten gewerbli­chen Mittelstand zu forcieren und die Volksbanken und Raiffeisenbanken in die Lage zu versetzen, diesem bedarfsgerechte und attraktive Finanzierungslösungen zu bieten. Mit einem konkreten Leistungsversprechen wurde den Volksbanken und Raiffeisenbanken zudem die Möglichkeit gegeben, ihren Kunden immer das beste Leasingangebot unterbreiten zu können.

Die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen der VR LEASING und den Volksbanken und Raiffeisenbanken trug im zweiten Halbjahr 2011 erste Früchte. In diesem Zeitraum stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010 um einen zweistelligen Prozentbetrag. Insgesamt verzeichnete die VR LEASING 2011 ein Neugeschäftsvolumen von 3,2 Mrd. € (Vorjahr: 2,9 Mrd. €).

Zudem erweiterte die VR LEASING ihr erfolgreiches Modell „Leasing mit Förderung durch die Landwirtschaftliche Rentenbank“. Dadurch können die Volksbanken und Raiffeisenbanken auf diesem Gebiet bereits Leasingverträge ab einem Investitions­volumen von 75.000 € abschließen.

Absicherung

Wie bereits im Vorjahr, so hat R+V auch 2011 die [--break--]seit 2007 gehaltene Position als zweitgrößter Kredit­versicherer in Deutschland bestätigt. In der Waren­kreditversicherung nimmt R+V nach Anzahl der gezeichneten Verträge sogar die Marktführerschaft [--break--]in Deutschland ein.

Ebenfalls deutscher Marktführer ist R+V in der Kau­tionsversicherung. Hier übernimmt der Versicherer Bürgschaften für Unternehmen aller Branchen. 2011 war in diesem Bereich ein starkes Beitragswachstum [--break--]zu verzeichnen. Vor allem im Bauhaupt- und Baunebengewerbe sowie in der Maschinenbaubranche stieg die Nachfrage nach Absicherung.

Im Firmenkundengeschäft Komposit überschritt R+V [--break--]zur Jahresmitte die Grenze von 1 Mrd. € Beiträgen im [--break--]Bestand. Wachstumstreiber waren vor allem Transport- und Technische Versicherungen sowie die erneuerbaren Energien. Daneben trugen zielgruppenspezi­fische Angebote in der Haftpflichtversicherung sowie Multiline-Produkte wie die R +V UnternehmensPolice zu dem Erfolg bei.

Mit der ApothekenRente hat R +V zudem seine Stellung im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge aus­gebaut. Die ApothekenRente wird seit Mitte 2011 [--break--]von einem Versicherungskonsortium unter Führung der R+V angeboten und ist die einzige von den [--break--]Tarifparteien empfohlene Lösung zur betrieblichen Altersvorsorge für Apothekenmitarbeiter. Der Arbeit­geberverband Deutscher Apotheken und die Apo­the­kengewerkschaft ADEXA hatten sich auf einen [--break--]Tarifvertrag geeinigt, der erstmals einen Arbeitgeberbeitrag und -zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge vorschreibt.

Gewerbliche Immobilienfinanzierung

Das Gebiet der gewerblichen Immobilienfinanzierung wird innerhalb der DZ BANK Gruppe von der [--break--]DG HYP abgedeckt. Das Institut, das 1921 in Berlin als erstes genossenschaftseigenes Realkreditinstitut gegründet wurde und 2011 sein 90jähriges Bestehen feierte, ist heute Spezialist, Kompetenzcenter und erster Ansprechpartner der Volksbanken und Raiffeisenbanken in der gewerblichen Immobilienfinanzierung. Dass das Produktfeld für die Primärbanken zunehmend an Bedeutung gewinnt, zeigt die Entwicklung des Gemeinschaftskreditgeschäfts mit der DG HYP [--break--]in den vergangenen Jahren: Wurde 2008 noch ein Verbundgeschäft von rund 380 Mio. € erzielt, so hat sich das Volumen des Gemeinschaftskreditgeschäfts der DG HYP 2011 auf 1,8 Mrd. € mehr als vervierfacht. Gegenüber dem Geschäftsjahr 2010 ist es 2011 um 70 Prozent gewachsen.

Zu der guten Entwicklung des Gemeinschaftskreditgeschäfts beigetragen hat das erst 2010 eingeführte Produkt IMMO META REVERSE+, mit dem jede Volksbank oder Raiffeisenbank einzelne Abschnitte einer abgeschlossenen Finanzierung der DG HYP erwerben kann. Zur einfachen, vertriebseffizienten Abwicklung stellt die DG HYP für alle Banken mit einem Rahmenvertrag eine webbasierte Plattform bereit, auf der aktuelle Informationen zu finden sind und Finanzierungen direkt abgeschlossen werden können. An einzelnen Finanzierungen, wie dem „Ballin-Haus“ an der Hamburger Binnenalster oder dem „A10 Einkaufs- und Freizeitzentrum“ in Wildau bei Berlin, haben sich 2011 bis zu 60 Volksbanken und Raiffeisenbanken parallel beteiligt. Dies bestätigt die große Resonanz, auf die der IMMO META REVERSE+ stößt. Die Zahl der Volksbanken und Raiff­eisen­ban­ken, die einen Rahmenvertrag mit der DG HYP über die Zusammenarbeit bei IMMO META REVERSE+ abgeschlossen haben, ist 2011 von rund 170 auf ca. 270 gestiegen. Für 2012 sieht die DG HYP wachsendes Potenzial für den IMMO META REVERSE+. Sie strebt an, das Platzierungsvolumen weiter zu erhöhen.

Private Equity

Die DZ Equity Partner GmbH (DZEP) hat sich auch 2011 erfolgreich entwickelt und damit ihre Position [--break--]als einer der führenden Eigenkapitalfinanzierer gerade auch mittelständischer Familienunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz untermauert. Nach einem sehr positiv verlaufenen ersten Halbjahr verschlechterte sich in der zweiten Jahreshälfte das Marktumfeld. Dennoch gelang es DZEP auch in dieser Phase weitere Transaktionen erfolgreich umzu­setzen. Dies ist auch auf die sehr gute und enge Zusammenarbeit innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken im [--break--]Jahresverlauf zurückzuführen. Im Fokus der DZEP standen Wachstums- und Expansionsfinanzierungen sowie Nachfolgeregelungen und Mezzanine im deutschsprachigen Raum. Zum Ende des Geschäftsjahrs umfasste das Portfolio 68 Beteiligungen. Das investierte Kapital belief sich auf 450 Mio. €.

VR Unternehmerberatung

Ebenfalls auf den Mittelstand konzentriert ist die VR Unternehmerberatung GmbH. Die Gesellschaft entstand im Herbst 2010 aus der Fusion der M&A-Abteilung der DZ BANK und der WGZ Corporate Finance Beratung GmbH. Ihre Schwerpunkte liegen auf Beratungsleistungen im Rahmen der Unternehmensnachfolge sowie auf Dienstleistungen bei der [--break--]Veräußerung beziehungsweise dem Zukauf von mittelständischen Einheiten für Unternehmen. Im ersten vollen Geschäftsjahr entwickelte sich die VR Unternehmerberatung erfolgreich. Dies war unter anderem darauf zurückzuführen, dass ihre Verbindung von internationaler Kompetenz im Bereich Mergers & Acquisitions und der Verwurzelung in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken von den Kunden sehr gut aufgenommen wurde. Man­­date vermittelten der VR Unternehmerberatung sowohl ihre Gesellschafterbanken als auch Volksbanken und Raiffeisenbanken. Entsprechend konnte die VR Unternehmerberatung 2011 zahl­reiche Unternehmenskäufe und -verkäufe abwickeln sowie etliche Beratungsmandate bei der strategischen Weiterentwicklung beziehungsweise der Nachfolgeregelung von eigentümergeprägten Gesellschaften des gehobenen Mittelstands wahrnehmen.

 
Finanzverbund der Volksbanken Raiffeisenbanken
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